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Amsterdam – Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

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Amsterdam Einmal mehr von der Reiselust gepackt, hat es uns zu einem Wochenendtrip nach Amsterdam verschlagen. Allerdings hätte der Zeitpunkt für die Reise gar nicht schlechter gewählt sein können … Regen, Regen und nichts als Regen.

Amsterdam im Kurzüberblick

Amsterdam – im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen eine recht kleine, aber multikulturelle Stadt. Auf einer Fläche von 219 km² leben rund 727.000 Menschen aus 145 Nationen. Die Stadt befindet sich in den nordwestlichen Niederlanden, in der Provinz Nordholland. Amsterdam ist zwar die Hauptstadt der Niederlande, Regierungssitz und ständige Residenz des Königshauses ist jedoch Den Haag.

Wie ein Viertel der Niederlande liegt auch Amsterdam unter dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet umfasst 53 km² Wasserflächen. Es wird von einem 100 km langen Grachtengürtel durchzogen und wurde auf ca. 5 Mio. Holzpfählen erbaut. 2.500 Hausboote, die an das städtische Strom- und Wassernetz angeschlossen sind, sind in Amsterdam gemeldet. Die Amstel, die die Stadt von Süden nach Norden durchfließt, mündet hier in die Ij, eine durch Schleusen abgetrennte Bucht vom Ijsselmeer.

Reiseverlauf

[8. März 2008] — Nach gut drei Stunden Autofahrt legen wir eine Pause am Rasthof Moseltalbrücke ein. Wenn’s nicht so bewölkt und die Lichtverhältnisse besser wären, wäre der Panoramablick über das Moseltal und die sich darüber erstreckende Autobahnbrücke perfekt. Wirklich schade, dass sich die Sonne heute nicht blicken lässt … Moseltalbrücke

Gegen 19 Uhr erreichen wir unser Hotel in Amstelveen, einem Vorort von Amsterdam. Nach dem Einchecken fahren wir mit dem Auto zu unserer ersten Stippvisite nach Amsterdam. Parkplätze sind im Zentrum der Grachtenstadt die reinste Mangelware – vor allem am Wochenende ist es schwierig, einen freien Parkplatz zu erwischen. Wir versuchen unser Glück vor der Parkgarage Muziektheater/Stadhuis und fädeln uns in die Warteschlange der Parkplatzsuchenden ein. Zu unserer großen Überraschung dauert es nur zehn Minuten, bis die Warteampel auf grün umspringt und sich die Schranke vor uns öffnet. Wie wir erwartet hatten, ist die Parkgebühr ziemlich gepfeffert – wir sind mit 3,80 € je angefangene Stunde dabei.

Im Foyer des Parkhauses begegnen wir einem Geiger, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Offensichtlich war sein Geigenspiel so miserabel, dass der arme Kerl vor Scham im Boden versunken ist. Amsterdam

Nach einem kleinen Imbiss erkunden wir die Altstadt bei Nacht. Zu dumm, dass wir unser Stativ im Hotelzimmer vergessen haben. :-(

[9. März 2008] — Der Blick aus dem Hotelfenster ist enttäuschend: grau in grau, soweit das Auge reicht. Und Dauerregen, der in scheinbar endlosen Bindfäden vom Himmel fällt. Das Wetter ist wahrlich die reinste Spaßbremse. Wetterfest eingemummelt und mit einem Schirm bewaffnet geht’s wieder nach Amsterdam – diesmal per Tram. Wir parken unseren Wagen an der Haltestelle Brink und laufen über die regennasse Straße zum Bahnsteig. Erste Hürde: der Fahrscheinkauf. Die Infos, die der High-Tech-Fahrkartenautomat ausspuckt, sind alles andere als verständlich. Was zum Geier ist eine OV-Chipkaart? Aufladen? Ist es denn nicht möglich, an dem Ding zwei simple Tageskarten zu kaufen? Ah ja doch, das geht. Wir sollen 14 € einwerfen. Wo ist denn der Einzugsschacht für Geldscheine? Na klasse, das Ding nimmt nur Münzen – wer hat schon so viel Kleingeld im Portemonnaie? – und Plastikgeld. Zum Glück haben wir eine Kreditkarte dabei. PIN eingeben? Von der Kreditkarte? Keine Ahnung wie die lautet, das wird ja immer besser!

Die Straßenbahn fährt ein. Wir sind noch keinen Schritt weiter und stehen wie die Deppen vor dem Automaten. Durch die geschlossene Zugtür erspähe ich einen weiteren Automaten in der Bahn. Also erst einmal einsteigen, bestimmt kann einer der Fahrgäste wechseln. Wir haben Glück, es findet sich tatsächlich jemand, der uns versteht und wechseln kann. Zwar nur fünf Euro, aber mit dem Münzgeld, das wir noch im Portemonnaie haben, sollte es für zwei Einzelfahrscheine reichen. An der Vorderseite des Ticketautomaten klebt eine Tarifinfo. Es sind drei Zonen von Amstelveen ins Zentrum. Aber man kann nur Karten für eine oder zwei Tarifzonen ziehen! Die GVB, die Verkehrsgesellschaft von Amsterdam, ist ja ein lustiger Verein. Sind wir hier bei „versteckte Kamera“? Denn eben nur zwei Zonen, wir schon gut gehen.

Am Neumarkt (Nieuwmarkt) steigen wir aus. Hier wurde im 17. und 18. Jh. tatsächlich ein Markt abgehalten. Die siebentürmige Waage (Waaggebouw) Waagebouw ist ein Überrest der Stadtmauer, des ehemaligen St. Antoniustors (St. Antoniepoort). 1617 wurde es zur Waage umgebaut, in der früher neben Lebensmittel auch Schiffsanker und Geschütze gewogen wurden. Im oberen Stockwerk befand sich das Zunfthaus. Nach 1819 diente das Gebäude als Feuerwehrkaserne, als Gemeindearchiv und als Museum. In den 90er Jahren wurde es komplett renoviert. Heute befindet sich ein Café/Restaurant im Erdgeschoss, im Obergeschoss ist ein Medizinmuseum untergebracht.

Vom Neumarkt aus laufen wir durch das chinesische Viertel (Zeedijk). Hier befinden sich zahlreiche chinesische Geschäfte und Restaurants und sogar ein buddhistischer Tempel. Weiter geht’s in Richtung Hauptbahnhof (Centraal Station). Centraal Station Dort schauen wir uns das Innere der St. Nikolaas Kirche an. Und laufen anschließend die Damrak hoch bis zum Dam.

Der Dam ist Herz der Stadt. Den repräsentativen Mittelpunkt des Platzes bildet der Königlicher Palast (Koninklijk Paleis), Koninklijk Paleis das frühere Rathaus. Heute dient er der Königin als Residenz, wenn sie sich in der Stadt aufhält. Mit dem Bau des klassizistischen Gebäudes wurde 1648 begonnen, als die ersten von 13.659 Pfählen in den Boden gerammt wurden. Der Palast ist im Rahmen von Führungen zugänglich. Die Öffnungszeiten variieren, da er auch zu repräsentativen Zwecken genutzt wird.

Die Neue Kirche (Nieuwe Kerk) Nieuwe Kerk rechts vom Palast ist seit 1814 Krönungskirche der niederländischen Könige. Die Kirche stammt aus dem frühen 15. Jh. Heute wird sie für Antiquitätsmessen, Kunstausstellungen und Orgelkonzerte genutzt. Links vom Palast befindet sich das bekannte Madame Tussaud’s Scenerama. Madame Tussaud’s Scenerama Gegenüber dem Palast wurde nach dem 2. Weltkrieg das Nationaldenkmal errichtet, ein 22 m hoher Obelisk – ein Mahnmal für die Opfer des Kriegs und ein Monument der Befreiung und des Friedens.

Hinter dem Königlichen Palast befindet sich Amsterdams schönstes Einkaufszentrum, die Magna Plaza Magna Plaza. In der ehemaligen neugotischen Hauptpost lässt es sich in edlen Boutiquen und hübschen Lädchen herrlich stöbern. Das Einkaufzentrum ist täglich – auch am Sonntag – geöffnet, was uns recht gelegen kommt. Der kleine Schaufensterbummel ist die Gelegenheit, dem Regen für einen Augenblick zu entrinnen und ein wenig aufzutauen. Das Innere ist die reinste Pracht, das Atrium schmücken unzählige Arkaden, ein fulminanter Anblick. Magna Plaza

Vom Dam laufen wir die Warmoesestraat entlang, in der sich Kneipen, Coffee- und Sex Shops aneinander reihen. Die Luft ist erfüllt von dem süßlichen Geruch, der aus den Coffee Shops – in denen Haschisch und Marihuana verkauft und geraucht werden darf – strömt. Schließlich gelangen wir zum Alten Kirchplatz (Oude Kerksplein). Die Alte Kirche (Oude Kerk) – Amsterdams älteste Kirche – wurde 1306 als keine Kreuzkirche gebaut. Heute wird sie jedoch ihrem ursprünglichem Zweck als Sakralbau nicht mehr gerecht. Seit einer umfassenden Restaurierung in den 90er Jahren finden in der Kirche Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Vorträge und Konzerte statt. Sie liegt inmitten des Sex- und Vergnügungsviertels Walletjes.

An den romantischen Grachten Amsterdam Amsterdam und in den kleinen Seitenstraßen des Walletjes ist seit dem 14. Jh. das „Rotlicht-Gewerbe“ ansässig. In kleinen, rot beleuchteten Schaufenstern stellen sich die leicht bekleideten Damen zur Schau und lassen erahnen, was sie zu bieten haben. Das Kuriose: bereits jetzt – also am frühen Nachmittag – sitzen die Damen in ihren Fensternischen und warten auf Kundschaft. Umso befremdlicher finde ich es, dass dieser Bereich nicht den Herren vorbehalten ist (wie es etwa in der Herbertstraße in Hamburg der Fall ist). Eingebettet zwischen Wohnhäusern und Kneipen können auch Frauen und selbst Kinder, Jung und Alt an den Schaufenstern vorbei laufen und einen Blick riskieren.

Durch das Walletjes schlendern wir weiter zum Rokin. Wo wir auch lang gehen, immer wieder stoßen wir auf Dutzenden von Fahrrädern, die scheinbar wahllos an Brückengeländern Amsterdam oder Straßenschildern angeschlossen sind. In einem Amsterdamer Stadtmagazin habe ich gelesen, dass es in Amsterdam über 400.000 Fahrräder gibt, und dass davon jedes Jahr rund 80.000 Stück gestohlen werden. Da wundert es nicht, dass die Besitzer jede erdenkliche Möglichkeit nutzen, ihre Drahtesel anzuschließen, um sie vor Langfingern zu schützen. Und auch das sonderbare Hinweisschild, über das ich an neben einem Brückengelände gestolpert bin, scheint seine Berechtigung zu haben. Amsterdam

Da es immer noch regnet entschließen wir uns, eine einstündige Grachtenrundfahrt mitzumachen. Gegenüber dem Spui steigen wir in eins der Grachtenboote. Die Bötchenfahrt schlägt mit 7,50 € pro Nase zu Buche, ein mehrsprachiges Faltblatt mit Infos zum Tourverlauf gibt es gratis dazu.

Unsere Tour führt uns vom Rokin in die Amstel. Wir gelangen in die malerische Herengracht, in der zu früheren Zeiten die reichen Kaufleute wohnten. Viele der alten Patrizierhäuser mit den schönen Fronten und Giebeln sind noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Durch die Reguliersgracht Amsterdam und die Brouwersgracht erreichen wir die Stadtschleuse. Über Lautsprecher bekommen wir immer wieder interessante Hintergrundinformationen zu den Sehenswürdigkeiten, die wir mit dem Boot passieren. Mal spricht die Tonbandstimme holländisch, dann deutsch, englisch und … wer hätte das gedacht … auch russisch. Schließlich erreichen wir wieder den Rokin, wo wir von Bord gehen. In einem Café gegenüber der Landungsbrücke legen wir ein Kaffeepäuschen ein. Dann schlendern wir an der Amstel entlang zum Waterlooplein, wo wir in die Tram zurück nach Amstelveen steigen.

Fazit: Mit einer handvoll Sonnenstrahlen wäre die Stadtbesichtigung gleich noch mal so schön gewesen. ;-)

Aktuelles Wetter

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